Sonntag, 24. Oktober 2010

My Super-Sweet 1. Birthday!

Wenn ich noch einmal geboren werde, würde ich gerne meinen ersten Geburtstag in Peru feiern. Was hier zu ehren eines kleinen einjährigen Scheißerchens abgezogen wurde übertrifft jede Geburtstagsfeier auf der ich je eingeladen war. Einige unter euch sind bestimmt mit der Serie „My Super-sweet 16“ auf MTV vertraut. Die Feier der ich letztes Wochenende beiwohnen durfte  steht dem in nichts nach. Geschmissen wurde diese Fete zu Ehren meiner nun einjährigen Gastneffin und so wurden alle Verwandten aus ganz Peru mit Kind und Kegel eingeladen. Als mir erzählt wurde, dass es eine „große“ Feier werden würde rechnete ich mit viel, jedoch keineswegs mit dem was mich erwartete. Unser überaus hübsches Restaurant wurde zu diesem Anlass pompös mit farbigen Tüchern geschmückt und Plätze für mehr als 100 Leute geschaffen. Zufällig überschnitten sich der Tag der Feier mit dem Tag der Taufe der kleinen Carlita und so startete der Tag morgens mit der Taufe in der Kirche. Danach ging es also mit den Verwandten nach Hause und es wurde mit dem peruanischen Nationalgetränk „Pisco Sour“ angestoßen (der Cocktail verweist Ähnlichkeiten zum allseits bekannten Caipirinha auf). Auf einmal kam jemand auf die großartige Idee, ich könnte doch ein Liedchen zu Ehren der Kleinen klimpern. Da ich mir natürlich vor 50 Verwandten nicht den Ruf eines Feiglings aneignen durfte, holte ich wohl oder übel die Gitarre und legte los. Trotz der Tatsache, dass keiner ein Wort verstanden hatte (mit Englisch hat man es in Südamerika nicht so) waren alle begeistert und das Mittagessen konnte serviert werden. Nach dem Mittagessen begann die eigentliche Fete. Die Eltern der kleinen (meine Gastschwester Marinella und ihr Ehemann Carlos) hatten extra eine Showgruppe engagiert, welche die ca. 60 Kinder + Eltern für 4 Stunden unterhalten sollten. Das Programm beinhaltete Show und Tanz und war wirklich recht amüsant , weil auch sehr gut gestaltet. Zudem wurde eine Frau engagiert, welche willige Kinder schminkte und zwischendrin wurden immer Getränke und Snacks serviert. Mein Gastbruder und ich waren eigentlich die ganze Zeit damit beschäftigt uns mit irgendwelchen Verwandten bei einem Bierchen zu unterhalten oder hier und da ein paar Fotos zu schießen. Auf Grund meiner Herkunft vertraten einige der Verwandten die Theorie, dass ich ein geeigneten Trinkpartner darstellen würde…immer diese Vorurteile uns Deutschen gegenüber! Die Party nahm ihren Lauf und die ganzen kleinen  Zwerge waren super drauf und hatten viel Spaß während des Programms. Getrieben vom Wissensdurst fragte ich Carlos, ob denn jeder in Peru den ersten Geburtstag so pompös aufziehen würde (die kleine wurde quasi als Prinzessin dargestellt), worauf er mir antwortete, dass dies normal schon der Fall wäre, vorausgesetzt, die Familie ist ökonomisch gesehen dazu in der Lage eine solche Fiesta zu finanzieren. Am Ende des Programms tanzten alle Kinder auf der Tanzfläche zu Raggaetone (ihr würdet euch wundern, wie die kleinen hier abgehen), als eine der Showtänzerinnen auf einmal mich in die Mitte zog und anfing ganz wild mit ihrem gottgegebenen Körper herum zu tanzen. Die dachte wohl die kann den „Gringo“ hier vor allen bloßstellen. Amateur! Womit sie nicht gerechnet hatte, ist das ich mit der hohen Kunst des Raggaetones sehr wohl vertraut bin und es verstand das Spiel mitzuspielen. Da war ich also nun, tausende Kilometer entfernt von zu Hause, inmitten einer Meute von Kindern auf einer Tanzfläche und tanzte Raggetone mit einer der Tänzerinnen. Die Gäste der Party waren alle begeistert und wir waren 15 Minuten lang das absolute Highlight. So hatte auch ich meine berühmten „15 minutes of fame“.  Nach der obligatorischen Pinata hieß es dann Abschied nehmen von den Gästen und nur die Familie blieb noch da. Was im Verlauf des Abends passiert ist möchte ich nicht elaborieren und beschränke mich einzig und allein auf die Bilder, welche ich dem Artikel anhänge. Ich denke vor allem eines spricht für sich und bedarf keiner weiteren Erklärung. Nur noch so viel, ich wurde sehr herzlich von den ganzen Onkeln in die „Männerrunde“ aufgenommen und auch das in Peru zum Standard gehörende Salsa tanzen mit Schwesterchen und Tantchen  meisterte ich souverän. Mitten in der Nacht wurde ich dann noch einmal genötigt, die Gitarre auszupacken. Wer bin ich meiner herzensguten Familie diesen Wunsch zu verwähren? Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Feier am nächsten Tag um 12 wieder aufgenommen wurde und auch Sonntags wieder bis spät in die Nacht reichte. So viel also zu meiner ersten peruanischen Familienfeier. Ich hoffe es werden noch 1,2 folgen, von denen ich euch natürlich dann auch berichten werde. Nun verabschiede ich mich erst einmal und lege mich schlafen, denn morgen gilt es den Tag am Strand zu verbringen ;)…

PS: Man munkelt das Wetter in Deutschland flirtet mit dem Minusbereich?

unser Restraurant geschmückt für die Party
Meine Gastschwester (Marinella), die kleine Carlita & Ich
Der Vater (Carlos) hereingeführt von den hübschen Tänzerinnen (die Linke war die meine ;) )
La familia! Meine Gastgeschwister + Vater der Kleinen (Milton, Kelly, anderes Scheißerchen, Carlos, Mari, Carlita, Percy, Ich)
"Männerrunde!"
Seht euch meinen Onkel an...muss ich noch irgendwas dazu sagen, wie die After-Party verlaufen ist?

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