Montag, 16. Mai 2011

Ein paar Fotos noch...

Wanderung im Nationalpark Cajas (Cuenca,Ecuador)

Meine 2 belgischen Bondgirls und ich waehrend der Schlacht um die cajamarcische Karnevalskrone

Ich meine...einer muss ja fuer Sicherheit waehrend der Festlichkeiten sorgen...

wild feiernde, sich anmalende, tanzende, singende und vor allem trinkende Menge in Cajamarca

Blick ueber Quito (Ecuador)

Morgens auf der Terrasse unseres Hostels mit Blick ueber Quito

Oben auf dem Wahrzeichen von Quito, der Jungfrau

alte Kolionalbaute in Quito (dachte ich poste mal was kulturelles)

Bild hat eigentlich mit nichts was zu tun, wollte euch nur daran erinnern wie schoen der Strand bei mir ist

Totgeglaubte leben laenger!

…und deswegen lebt auch mein Blog noch!
Die Monate verstrichen, ohne dass ich auch nur eine Zeile meines Lebens auf virtuellem Papier festhielt. Es wurde viel erlebt, viel gereist und vor allem viel gelernt, nur die Außenwelt ließ ich zum größten Teil außen vor (außer meine treue Facebook-Gang – Gruuuuß!!). Auch wenn ich durch meine monatelange Schreibfaulheit wahrscheinlich den größten Teil meiner Leser verloren habe, hoffe ich durch diesen neuen Leckerbissen wieder ein paar von euch zurück zu gewinnen oder zumindest ein paar Interessenten anzulocken und zum Lesen zu bewegen. Zu meinem eigenen Bedauern habe ich auch nur mir selbst die Schuld für diesen Umstand zugeben und entschuldige mich somit offiziell für diese mangelhafte Informationspolitik (einzig und allein Japans Regierung vermag dies mit einer NOCH schlechteren zu toppen ;) ). Besserung will ich gar nicht erst geloben, denn ich kenn meine Finger. Ist die innere Lust zum Schreiben nicht vorhanden bewegen sich diese kein Stück. Zumindest kann mir keiner vorwerfen, dass ich die Welt mit sinnfreien Blogeinträgen nerve, sondern erst zum Laptop greife, wenn es unter den Fingern brennt und der innere Drang nach Mitteilung mich nachts nicht mehr schlafen lässt. Und liebe Leser eins sage ich euch – es brennt! So befinde ich mich nun nach fünf Monaten stille, einsam und allein in meinem Kämmerchen und schreibe mit glühender Feder – perdon, Fingern – mir sprichwörtlich die Seele aus dem Leib. Doch wo soll ich nur anfangen? Vielleicht einfach mit einer kurzen Führung durch die bewegendsten Ereignisse der vergangen Monate sowie der Beschreibung meiner aktuellen Lebenslage in dem wunderschönen sonnengetränkten Tumbes! Nach dieser langen schreibfreien Zeit ist es ein wenig mühsam wieder den altbekannten Rhythmus zu finden, doch klickt mich nicht weg! Gebt mir noch ein paar Zeilen um wieder reinzufinden ;)…
Während ich auch eine beachtliche Zeit im Internetcafe verbrachte und einige Personen der überzeugten Ansicht sind, dass ich mein ganzes Leben in Peru vor dem Computer verschlafe, sei eines gesagt – Irrtum! Im Februar nach dem Midstay-Camp von meiner Organisation AFS in Lima (alles andere als erwähneswert diese Woche. Stellt euch einfach einen Haufen deutscher Jugendlicher vor, die sich 6 Monate lang nicht gesehen haben und dann in einer südamerikanischen Hauptstadt eine Woche lang das Wiedersehen feierten) war ich erst einmal arbeitslos. Wie es dazu kam ist schnell erklärt. Mein Projekt fiel leider dem regionalen Regierungswechsel zum Opfer (echt Wahnsinn was da abgeht, alles wird ausgetauscht und ersetzt) und wurde von der neuen Regionalregierung nicht mehr unterstützt. Nach anfänglicher Freude über ein wenig entspannte Zeit, lernte ich schnell, dass ein Leben ohne Arbeit zwar anfangs ganz lässig und erholsam ist, nach einem Monat jedoch schnell zur Eintönigkeit verkommt. Auf Anfragen, wann es denn nun endlich weiterginge, wurden wir mit vagen Antworten vertröstet und so warteten wir…und warteten…und warteten. Als sich gegen Ende März jedoch immer noch nichts tat wurde es uns langsam zu viel und so mussten Alternativen her! Schnell stellte sich heraus, dass von den eigentlichen Helfern vor Ort (ich nenne jetzt mal keine Namen von Personen oder Organisationen) keinerlei tatkräftige Hilfe zu erwarten war und so hatte ich mehr als Glück, als ein Freund aus dem Taekwondo mir anbot, beginnend ab April bei ihm im Projekt mitzuhelfen. Nun fragt ihr euch vielleicht: Wie ergeht es einem als kurzfristig arbeitslosen Freiwilligen in Südamerika? Ehrlich gesagt, anfangs gut! Ich hatte viel Zeit für Sport, Lesen, Strand, Internet und alles was mir sonst noch so in den Sinn kam. Aber nach 3-4 Wochen war es wirklich genug und auch in mir regte sich wieder der Drang nach Taten! Seit April begleite ich nun also ein neues Projekt, welches sich auf die rurale Bevölkerung von Tumbes konzentriert. Der Sinn des Projektes besteht in der Elimination von (…) in der Region Tumbes und bietet den Bauern kostenlose Impfungen für ihre Schweine, sowie im Falle einer Infektion kostenlose fachärztliche Behandlung für sie selbst an. Da dieser Erreger im Menschen für nervliche Krankheiten wie Schlaganfälle und Epilepsie hervorrufen kann, konzentriert sich das Projekt vor allem auf die Behandlung dieser beiden Krankheiten. Was wir nun also im Moment durchführen, sind ärztliche Umfragen in der Bevölkerung, um die befallenen Patienten herauszufiltern und sie anschließend mit ärztlichen Untersuchungen sowie Medikamenten zu versorgen. Ein in sich wirklich sinnvolles und funktionierendes Projekt! Abgerundet durch nette Kollegen und ein angenehmes Arbeitsklima wirklich keine schlechte Bleibe für die verbleibende Zeit. Kommen wir von der Arbeit zu einem spaßigeren Thema – dem Reisen! Was hab ich nicht alles sehen und erleben dürfen in dieser Zeit. Ohne Weiteres könnte ich zu jedem meiner bereisten Ziele einen eigenen Artikel schreiben, womit ich euch jedoch nur langweilen würde und somit beschränke ich mich auf kurze Beschreibungen der Ereignisse. Da wäre zum einen der Ausflug mit Michael, einem reizenden schweizer Freiwilligen, welcher für sechs Monate unter uns in Tumbes weilte, in die charmante Kolonialstadt „Cuenca“ in Ecuador. Ein kleines Städtchen voll mit kolonialen Kirchbauten und  Häusern, welche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Gepaart mit seiner wunderschönen Lage im ecuadorianischen Hochland und dem Nationalpark „Cajas“ als Tagesausflugziel, war es ein mehr als denkwürdiger Wochenendausflug, der nur von der Tatsache getoppt wurde, dass meine Kreditkarte aus irgendwelchen, für uns zu dem Zeitpunkt unersichtlichen, Gründen (ich hatte den PIN 3mal falsch eingeben) nicht funktionierte und wir somit beide auf einem Budget von 90 Dollar saßen, was für ein Wochenende und 2 Personen nun wirklich nicht viel ist. Doch der frohgesinnte Schweizer nahm es Gott sei Dank mit Humor und so verbrachten wir das Wochenende mit viel Spaß und wenig Essen. Nach Cuenca ließ ich mich mit zwei belgischen Freundinnen und einem in Tumbes von der Straße aufgelesenen Ukrainer in Cajamarca, Peru, von der karnevalverrückten Menschen dort durch die Straßen jagen und mit Wasser und Farbe beschmeißen. Schnell zu meiner Bekanntschaft mit dem Ukrainer. Ich musste für ihn auf der Polizeiwache in Tumbes übersetzen, weil dort kein Schwein Englisch spricht und er morgens auf dem Weg zum Bus nach Ecuador ausgeraubt wurde (hach, mein Tumbes
J ). Nach getaner Arbeit und einem Mittagessen als Dank, entschieden wir spontan, dass er seine Pläne mit Ecuador über Bord schmeißen, und mit mir und den Belgierinnen am nächsten Tag nach Cajamarca fahren würde. So schnell kann es manchmal gehen! Auf jeden Fall war Karneval in Cajamarca eine einmalige Erfahrung! Stellt euch einfach eine Art Häuserkampf vor, in dem von allen Dächern und aus allen Fenstern mit Wasser- und Farbbomben geschmissen wird, während eine riesen Meute singend und trinkend durch die Straßen zieht und vorbeiziehende Gruppen ebenfalls in Farbe und Wasser tunkt. Nach anfänglicher Zurückhaltung kauften auch wir uns ein paar Supersoaker und zogen in die Schlacht! Unvergesslich!!! Danach wurde es einige Zeit ruhig um meine Reisepläne, um alles für den großen Coup vorzubereiten! Fünf sagenhafte Tage in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito mit meiner Mitfreiwilligen Sophie! Behilflich war dabei das lange Osterwochenende, was uns ermöglichte ohne Urlaubstage zu reisen. Wir schlenderten durch die weltbekannte Altstadt, besichtigten die zahlreichen Kirchen („Hey Sophie! Schau mal! Eine Kirche! Lass mal reingehen…“), fuhren nach Otavalo zu einem der ältesten Märkte in Südamerika, erkundeten die Mitte der Welt am nullten Breitengrad („Mitad del Mundo) und ich nutzte die Möglichkeit um meinen Tank mit amerikanischem Fast Food aufzufüllen. Nicht minder bedeutsam für diese wundervollen Tage war unser Hostal, welches durch eine traumhafte Lage zu beeindrucken wusste (Frühstück auf dem Balkon mit Blick über ganz Quito…wenn doch nur jeder Morgen so schön beginnen könnte…). Des Weiteren genossen wir Ausblicke von der Seilbahn über Quito sowie von dem Wahrzeichen der Stadt, der Statur der Jungfrau und ich alter Abenteurer ließ mich doch tatsächlich zu einem Ritt ins Grüne auf dem Rücken eines Pferdes hinreißen. Auch wenn Sophie und ich zeitweise ein paar Differenzen über meine Methode der Stadterkundung hatten (einfach dumm rumlaufen, gucken wo man rauskommt), glaube ich dennoch, dass uns dieser Urlaub als ein gelungener in Erinnerung bleiben wird! Zurück in Tumbes sollte es nicht lange dauern, bis ich wieder ins schöne Ecuador kommen würde. Genau 3 Tage später befand ich mich wieder im Bus Richtung Grenze, nächster Halt, Montanitas! Bekannt wegen seiner schönen Lage am Strand, feierwütigen Ausländern und als Hauptumschlagsplatz für Mariuhana ist es DER Surfspot überhaupt in Ecuador. Wieder einmal war ich mit den zwei Belgierinnen unterwegs, welche mich auch in Cajamarca begleitet hatten und dieses Wochenende war vor allem durch liegen am Strand und extrem wenig Schlaf gekennzeichnet (nähere Infos nur auf private Anfrage;) ). Dies bildete vorerst das Ende des Reisens und seitdem verweile ich brav in Tumbes, wo ich jedoch schon die nächsten Reisen plane…Genau genommen geht es diese Woche wieder auf Reise. Ich werde die Ruinen von Chachapoya (Kuelap) besuchen, und mich anschließend mit einem Freund in Tarapoto treffen, von wo aus wir in den peruanischen Dschungel geführt werden und dort bei einer indigenen Gemeinschaft ein paar Tage mit Dschungelwanderungen verbringen werden. Näheres dazu im nächsten Blogeintrag (im Juni, nicht erst in 5 Monaten, versprochen!). Doch auch die Reise danach steht schon in Planung. Am 24. Juni wird meine Familie aus Deutschland anreisen, mit welcher ich den gesamten Norden des Landes abreisen und zum Schluss endlich meine Kamera auf die Mauern des Weltwunders „Machu Pichu“ halten werde…
Soviel zu meinen bisherigen und zukünftigen Reisen…wer meine vorherigen Blogeinträge gelesen hat, weiß, dass irgendwann im Laufe der Zeilen auch eine andere Stimmung überhand gewinnt und ich ein paar ernstere Themen behandele, welche mir auf dem Herzen liegen. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Wer meint er hat genug gelesen und weiß was er wissen wollte, kann sich nun getrost anderen Sachen widmen. Wer jedoch wissen will, was nebst den tollen Reisen und dem Spaß in meinem Kopf wirklich abgeht und wie man durch ein Jahr im Ausland, auf eine merkwürdige, jedoch lehrhafte Reise durch das Innere seiner Selbst geschickt wird, liest nun weiter…
Wir alle kennen es, wir alle behaupten es, wir wachsen quasi damit auf in unserer heutigen Generation in Deutschland. „ Wir sind tolerant!“. So lautet unser Credo, unsere Vorgabe, unser Weg des Lebens. Selbstverständlich war auch ich einer von diesen „toleranten“ Menschen in Deutschland, welche der festen Meinung sind, dass sie das Wort „Toleranz“ verinnerlicht haben und der ganzen Welt gegenüber offen gegenübertreten. Wie jedoch so oft in unserer Jugend, irren wir uns. Nur weil wir in Deutschland (oder zumindest die Mehrheit) fest davon Überzeugt sind, dass sich unsere Toleranz darin ausdrückt, dass es uns egal ist, wie sich andere Leute anziehen (Gothik, Punk, usw.),es uns ziemlich egal ist, ob der Nachbar an den Mann am Kreuz, den Mann mit dem dicken Bauch oder den Mann mit dem Gebetsteppisch unter dem Arm glaubt, oder unser Paradebeispiel, wir hinter der demokratischen Meinungsfreiheit stehen. Seien wir doch ehrlich unsere „Toleranz“ stützt sich meistens schlicht und ergreifend einfach nur auf eine einfache Aussage: „Der kann doch machen was er will, ich muss es ja nicht machen“. Auf der einen Seite, möchte ich diese Einstellung nicht kritisieren, da sie grobgenommen richtig und um einiges fortschrittlicher als in anderen Kulturkreisen ist. Auf der anderen Seite jedoch, kritisiere ich sie insofern, dass diese Aussage oft nicht ein Produkt wahrer Toleranz sondern lediglich ein Produkt des gesellschaftlichen Credos sowie eine leichtgesagte Floskel ist. Wir betrachten „Toleranz“ als eine Eigenschaft, entweder man hat es oder man hat es nicht. Fast alle geben wir großspurig an: „Ich bin tolerant“ oder behaupten schnell „ohhh du bist so intolerant“. Wenn ich eins in den vergangenen neun Monaten gelernt habe, dann ist es eins: Toleranz ist keineswegs eine Eigenschaft oder eine Tugend, es ist eine erlernte Errungenschaft. Toleranz ist wie Lesen und Schreiben, man muss es lernen, man kann es nicht einfach von Geburt an besitzen oder mit der Muttermilch aufsaugen. Und auch wenn meine Generation im Normalfall auch schon im Elternhaus zu Toleranz erzogen wird, so schafft man den wahren Sprung zur Toleranz erst nach einem längeren Auslandsaufenthalt. Die Erklärung ist gleichzeitig simpel und kurz. In der Heimat bleibt unsere wahre Toleranz nahezu ungetestet. Seien wir doch mal ehrlich was testet unsere „Toleranz“ zu Hause? Ein paar Ausreißer die vielleicht die Normen unseres Kulturkreises brechen? Wenn es uns stört können wir der Sache einfach aus dem Weg gehen. Erst wenn wir den berühmt-berüchtigten Blick über den Tellerrand wagen, tun sich uns die wahren Abgründe unserer vermeintlichen Toleranz auf, denn in dem anderen Land, kann man „der Sache“ nicht einfach aus dem Weg gehen. Hineingeworfen in eine andere Kultur bekommt das Wort „Toleranz“ eine ganz andere Bedeutung. Die Verhaltensweisen in dem neuen Land mögen seltsam, ja sogar abstoßend wirken. Man wird sich selbst oft kopfschüttelnd oder fluchend über das Verhalten der Personen ärgern und brüskiert seinen Freunden in der Heimat von diesem untragbaren Verhalten oder Bräuchen berichten und sich gemeinsam darüber aufregen oder lustig machen, je nach dem. Oft sind sie auch gar nicht wirklich dramatisch sondern einfach aus unserer Sicht „komisch“. Z.b. „Warum guckt mir mein Gegenüber partout nicht in die Augen wenn ich mit ihm rede? Hört der mir überhaupt zu?“ oder der Klassiker in Südamerika: „Warum hat er mir nicht persönlich gesagt das das und das ihn stört? Hätte er/sie mir das vor 2 Monaten gesagt hätte ich das doch gar nicht gemacht.“. Doch die Zeit verstreicht und nach und nach werden diese Aufreger weniger. Das Verhalten der Leute hat sich nicht geändert, man selbst hat nur seine persönliche  Sicht der Dinge verändert. Sachen über die man sich im ersten Monat stundenlang über aufregt, rufen jetzt wenn überhaupt nur noch ein Schmunzeln hervor, wenn überhaupt! Wie allseits bekannt, verharrt die Zeit niemals sondern läuft beständig weiter und ehe man sich versieht, eignet man sich selbst gewisse Verhaltensweisen an, über die man sich vor Monaten noch aufregte. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Hätte man anfangs ein Problem mit der „guten deutschen direkten Art“ angesprochen, wird man nun die „südamerikanische sanfte und milde Art“ verwenden, auch wenn diese bei uns in Deutschland als „um den heißen Brei herumreden“ oder „hinter dem Rücken reden“ verpönt wird. Mit Zeit kommt Rat, und mit der Zeit in einem fremden Land und den stets wachsenden Kenntnissen der Geschichte und Kultur, wächst proportional auch das Verständnis und langsam aber sicher, lernt man diese Verschiedenheiten im Verhalten zu akzeptieren und gibt man dem ganzen noch ein wenig länger, auch zu tolerieren. Nun werden ein paar schlaue Köpfe von euch denken: Ist das nicht eigentlich das Gleiche? Nein, ist es nicht. Akzeptanz  ist das Akzeptieren einer Sache, eines Umstandes. Klar, soweit so gut. „Toleranz“  jedoch, ist die feine Mischung aus Akzeptanz bei gleichzeitigem Verständnis, woraufhin im Endeffekt Normalität entsteht. Das für uns anfangs fremdliche Verhalten wird am Ende zur Normalität. Nicht in unserem Herkunftsland, aber in unserem momentanen Wohnort sprich, Kulturkreis. Hat man diesen Prozess erst einmal hinter sich gebracht (und beileibe, es ist kein einfacher), sich monatelang aufgeregt, irgendwann nicht mehr aufgeregt und am Ende verstanden, blickt man auf sein eigenes Verhalten vor einigen Monaten zurück und muss selbst lachen. Vor allem jedoch blickt man auf sein damaliges Verständnis von „Toleranz“ zurück und lächelt bei der Feststellung des eigenen Irrtums. Doch dazu irren wir, denn Irren ist bekanntlich menschlich und aus Irrtürmern schließt man korrekte Lehren. Toleranz ist ein langer, schwieriger Prozess, doch wer ihn auf sich genommen hat, wird ihn um keinen Preis missen wollen, da man danach wortwörtlich die Welt mit anderen Augen sehen wird. Wie ihr euch schon denken konntet, habe ich diese Zeilen alle aus meiner persönlichen Erfahrung geschöpft, da ich nun derjenige bin, der auf sein damaliges „tolerantes Ich“ zurückblickt und im Hinterkopf die zahllosen Aufreger der letzten Monate Revue passieren lässt. Doch ist nicht genau das das Schöne am Leben? Immer und immer wieder zu sehen wie „dumm“ man doch noch wenige Monate zuvor wahr und inwiefern man nun erfahrener ist? Gleichzeitig wissend, dass man in einigen Monaten wieder denken wird: „Gott war ich nicht dumm?“. „Dumm“ wäre dennoch das falsche Wort, „unerfahren“ ist das richtige Wort. Somit kommen wir auch zu einem der Wichtigsten Aufgaben in unserem Leben: Dem Erfahrungen sammeln, ein kontinuierlicher Prozess ohne absehbares Ende. Die Versicherung, dass stets für Spannung im Leben gesorgt sein wird. Ganz egal wie die Erfahrungen aussehen werden, denn jeder macht seine Eigenen…
Bevor ich diese einigermaßen intelligenten Feststellungen mit weiterem Geschreibsel zerstöre, beende ich diesen Blogeintrag mit der Hoffnung, dass ihr Spaß beim Lesen und vielleicht auch die ein oder andere Anregung zum Denken hattet…

Bis zum nächsten Mal

Over and out!

PS: Danke an die Person, die der Meinung war, dass ich den Blog wieder aufnehmen und zu Ende fuehren solle sowie meine Erfahrung bezüglich der Toleranz mit einer größeren Masse als nur mit ihr teilen solle. Ein wahrer Freund.

PS2: An die Personen, die den Blog eintrag nur gelesen haben, weil sie die Story mit den Kannibalen hören wollten, wie ich es auf Facebook angekündigt hatte – Sorry. Hab gelogen. Wollte nur das ihr meinen Blog lest.

Freitag, 31. Dezember 2010

Baywatch Tumbes

Das Jahr 2010 hatte doch noch einen Aufreger parat. Sophie und ich entschieden uns einen entspannten Tag am Strand zu verbringen und alles lief nach Plan. Das Wasser rauschte uns azulblau entgegen, der Wind wehte in kühlen Brisen um uns herum und die Sonne wärmte und mit angenehmen 30 Grad. Als wir uns gerade im Meer abkühlten, bemerkten wir einen Mann, welcher wild wedelnd und laut schreiend auf sich aufmerksam machte. Da wir ihn nicht verstanden und nur sein kontinuierliches Zeigen aufs Meer wahrnahmen, dachten wir an das Schlimmste (Hai?) und schwammen richtung Strand. Plötzlich bemerkten wir, was der Mann von uns wollte! Jetzt sahen wir, was er uns die ganze Zeit mitteilen wollte. Auf dem offenen Meer befand sich ein Jugendlicher, welcher gerade am Ertrinken war und da so gut wie kein Peruaner schwimmen kann, hatte sich auch noch keiner auf den Weg dahin gemacht ihn zu retten. Sofort machte ich mich auf den Weg und schwamm zu ihm. Während ich jedoch Schlag um Schlag näher kam kamen mir Gedanken wie. Was wenn ich es selbst nicht mehr zurück schaffe? Was mache ich überhaupt wenn ich da bin? Ich versuchte jedoch jegliche Gedanken der Angst zu verdrängen und schwamm weiter bis ich bei ihm war. Wie ich erschreckenderweise feststellen musste, habe ich jedoch keine Ahnung von Rettungstechniken im Wasser und so verbrachte ich ersteinmal eine Minute damit ihn über Wasser zu halten. In einem Film (lacht ruhig) hatte ich mal gesehen, dass Menschen die am Ertrinken sind Panik kriegen und dazu neigen die Person in ihrer Nähe zu umklammern und herunter zu ziehen. Daher rührte auch von daher ein wenig Angst vor der Situation. Jedoch war mir bewusst, dass nicht viel Zeit bleibt, da der Junge schon völlig erschöpft und kraftlos um sein Leben kämpfte. Mit einer improvisierten Rettungstechnik machte ich mich also mit ihm im Schlepptau auf in Richtung Strand. Ich zog in an einem Arm während ich mit dem anderen Arm paddelte. Wir kamen nur langsam voran, doch wir kamen vorran! Ich hörte wie Sophie zwei Jungs anschrie, warum sie mir nicht helfen würden und nach einer Weile entschieden sich die 2 doch noch zu kommen und zu helfen (ein wenig früher hätte auch nicht geschadet-.-). Zu dritt brachten wir ihn dann also an den Strand, wo sein Onkel (der schreiende Mann) auf ihn wartete. Am Strand hatte sich schon eine Menge Schaulustiger gebildet die sich allesamt das Spektakel ansahen. Der Junge (so alt wie ich, vielleicht 1-2 Jahre jünger) wurde von seiner Familie in Empfang genommen und musste erstmal richtig durchatmen. Auch ich setzte mich erstmal hin und atmete tief durch, da die ganze Aktion doch einiges an Krafte gekostet hatte. Natürlich kamen er und die ganze Familie zu mir und bedankten sich tausendfach. Erst 10 Minuten später realisierte ich, was sich eigentlich ereignet hatte. Jetzt hatte ich auch Zeit darüber nachzudenken, was passiert wäre, wenn die Strömung uns noch weiter rausgerissen hätte (es herrschte hoher Wellengang) oder wenn die Kraft nicht gereicht hätte. Es ist unglaublich, wie schnell man Entscheidungen fällt wenn es darauf ankommt. In solchen Momenten könnte zu viel nachdenken fatal sein. Des Weiteren war dies ein Beweis dafür, wie unglaublich die Tatsache ist, dass fast niemand hier schwimmen kann. Ihn hätte es fast das Leben gekostet. Mir bescherte es eine unvergessliche Erfahrung und einen waren Test des Lebens. Alles ging gut, alle können wir nun dem neuen Jahr erwartend entgegen blicken.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern einen schönen Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Auf ein aufregendes Jahr 2011 ;)

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Bilder der Demonstrationen!

Ich weiss...das ist das worauf ihr eigentlich alle gewartet habt :D
nach der ersten gewalthaltigen Demo in Huaraz...
die Bank mag wohl keiner hier...
...ebenso wenig wie diese hier.
was waere schon eine anstaendige Demo ohne brennende Reifen?!
die Polizei ruestet sich zum Gefecht...
und wieder ziehen die Zuege durch die Strassen
das Volk erhebt sich!
Action!
abgeschossenes Rauchgas (man brennt das Zeug :D)
die Innenstadt abgeriegelt...

Huaraz: Das Ende

Ich wachte in ebendem Zimmer auf, in welchem ich die 2 Nächte zuvor schon aufwachte. Irgendwas stimmte hier nicht, ich sollte doch schon in Trujillo sein, auf dem Weg zurück nach Tumbes. Was geschah letzte Nacht?
Abfahrtsbereit stand ich am Busterminal, als mir gesagt wurde, dass die Buse heute Nacht nicht fahren würden. Mehr nicht. Keine Erklärung, keine Begründung, nichts. Als ich mich erkundigte, ob dies für alle Busunternehmen gälte, wurde mir versichert, dass dem so sei. Da mein Akku leer war (wie immer wenn man das Handy mal braucht), konnte ich Konstantin nicht erreichen und so machte ich mich auf die Suche. Als ich ihn an seiner Busstation nicht fand und mir die Dame am Schalter versicherte, dass der „große Blonde“ zu einer anderen Agentur seinen Freund suchen gegangen war, machte ich mich wieder zurück zu meiner Agentur, wo ich ihn jedoch auch nicht auffand. Dort fand ich jedoch ein paar Touristen vor, welche ebenso wie ich ein wenig von dieser Kunde überrumpelt wurden wie ich. Eine nette Frau aus Singapur lieh mir ihr Handy und so konnte ich Konstantin in unserem alten Hotel ausfindig machen.
Jetzt war es also Dienstag und wir waren immer noch in Huaraz. Nach Anfrage auf der Busstation wurde uns erklärt, dass man erst am Abend wisse, ob die Buse fahren. Doch dieses Mal gab es auch eine Erklärung: Die Straßen würden von den Bewohnern der Dörfer blockiert werden (mehr dazu in den vorherigen Artikeln, welche ich direkt in Huaraz verfasst habe). Wir ergaben uns der Tatsache, dass es nicht in unseren Händen lag und planten unseren Tag und da kam es uns. Nun da wir einen extra Tag zur Verfügung hatten, würden wir unserem Freund im Reisebüro einen Besuch abstatten (ihr erinnert euch?). Gesagt getan. Wir erklärten ihm nun also (in höflichem Tonfall) was sich ereignet hatte, dass es wohl ein Missverständnis gewesen wäre und wir nun gerne unser Geld zurück hätten, da wir die damit verbundene Leistung ja nicht in Anspruch genommen hatten. Natürlich sah er es gar nicht ein uns unser Geld zurück zu geben und versuchte uns immer wieder aufs Neue mit jämmerlichen Ausreden zu verar***en und so entwickelte sich aus dieser kleinen Diskussion ein Streit. Der kurzen Rede langer Sinn, wir bekamen das Geld nicht zurück. Wir versuchten es mit allen Mitteln. Wir redeten ruhig auf ihn ein, wir (bzw. Ich :D) schrien ihn an und wir drohten sogar mit Polizei (wir suchten auch einen Beamten, aber die waren ja alle Indios verprügeln wie sich später herausstellte). Wir erzählten ihm sogar wir schrieben die Reiseführer „Lonely Planet“ und würden sein Reisebüro negativ erwähnen (ja, das haben wir wirklich gemacht :D). Doch nichts half und wir wurden auch langsam müde und so ließen wir ihm die 40 Soles und verbuchten es für uns als „private Leerstunde“. Auf zukünftigen Reisen werden wir schlauer sein!
Natürlich könnte ich euch jetzt jeden Tag beschreiben, was wir gemacht haben bis zur Abreise am Montag darauf aber damit wäre keinem geholfen, da ich keine Lust habe jeden Tag stupide niederzuschreiben und ihr keine Lust habt jeden vergangenen Tag einzeln zu lesen. Deswegen werde ich mich sehr sehr kurz fassen. Die Tage bis Montag verbrachten wir mit nichts tun, einer weiteren Wanderung, abhängen in der Stadt, Eisklettern (okay das wäre interessant, aber Fotos müssen reichen) und Demonstrationen zugucken. Gegen Ende der Woche entwickelte sich das Ganze ja zu einer Interessanten Angelegenheit, da die Gewalt nun auch nach Tumbes kam und wir uns die ein oder andere Straßenschlacht angucken konnten. Am letzten Tag der Demonstrationen spürte ich auch mal Tränengas (war selbst schuld, bin mitten reingerannt, weil ich geile Fotos wollte). Das Zeug brennt echt höllisch :D. Jedenfalls war es eine äußerst interessante Erfahrung mal in mitten einer solchen politischen Auseinandersetzung gewesen zu sein und hey, die Indios haben sogar gewonnen. Das Land wird nicht an Investoren verkauft und der Bergsee bleibt bestehen. Ende gut alles gut. Hiermit beende ich das Kapitel Huaraz (wenn auch spät ;) ).

Angefuegt noch ein paar Bildchen des Eiskletterns...

eine, wie ich finde, coole Eishoehle :P
...noch cooler im Inneren!
bla,bla,bla....
...endlich gehts zur Sache!
ja ich weiss Eis ist normal weiss, aber das war eben schmutziges Eis!
bisl Zeit zum Posen findet man immer;)
und hepp!

Huaraz Tag Numero 3

Der letzte Tag (vermeintlich letzte Tag wie sich herausstellen sollte). Abends würden wir uns auf die Rückreise machen und so wollten wir mit dem letzten Tag auch einen krönenden Abschluss unserer kleinen Reise erschaffen. Geplant war die Wanderung zu der Lagune69, welche in unserem Reiseführer unter „unvergessliches Erlebnis“ eingestuft wurde. Des Weiteren wurde sie als „leichte Wanderung“ beschrieben. Eins davon sollte sich als Lüge heraus stellen.
Pünktlich um 6 Uhr morgens wartete unser Taxi vor dem Hotel auf uns und so machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf den Weg. Uns fiel sofort auf, dass wir einen Taxifahrer der langsameren Sorte erwischt hatten, was für Peru relativ unüblich ist. Noch war unsere Laune jedoch blendend und so schossen wir voller guter Dinge munter Fotos aus dem Auto heraus. Trüben sollte sich unsere Laune, als unser Fahrer uns eröffnete, dass irgendeine Flüssigkeit am Auslaufen wäre, und wir erst zu einer Werkstatt müssten, bevor wir auf den Berg hinauf fahren könnten. Also suchten wir eine Werkstatt auf wo man uns versicherte, dass wir in 15min wieder auf Achse wären. Nur so viel, aus 15min wurde natürlich 1 Stunde und 15min. Wie ihr euch vorstellen könnt war diese Zeitspanne mit viel Zusammenreißen und gegenseitigem Beruhigen verbunden, da wir ja nicht den ganzen Tag Zeit hatten. Jedoch will ich nicht zu viel darauf eingehen, sondern eher auf den schönen Teil des Tages -  die Wanderung. Der Pfad zur Lagune führte uns wirklich über die schönsten Landschaftsstriche, die Peru zu bieten hat  und so ergötzten wir uns an der vollen Schönheit der Anden. Wir wanderten an ruhigen Bergbächen entlang, sahen Wasserfälle in die Tiefe stürzen und waren von einer unbeschreiblich schönen Stille umgeben. So schön die Wanderung auch war, eins war sie mit Sicherheit nicht! Einfach! Nach einer schönen langen flachen Passage kam eine anstrengende Bergpassage in der es ausschließlich bergauf ging. Das Ein oder Andere mal fragten wir uns auch, ob es diese Tortur wirklich wert war, da wir zu allem Überfluss auch noch mit Regen und Wind beschenkt wurden. Aufgeben kam jedoch nicht in Frage, da wir diesen Bergsee sehen wollten! Nach 1 ½ Stunden jedoch und einer weiteren zermürbenden Bergpassage fragten wir uns langsam, ob wir nicht umdrehen sollten, da wir leider Gottes auch einen Zeitplan zu beachten hatten. Gerade dann geschah es, dass uns zwei Wanderinnen entgegen kamen, welche uns versicherten, dass die Lagune nah sei. Als wir weitergingen rief sie uns noch hinterher: It’s totally worth it!
Als ein an Zeichen glaubender Mensch war ich natürlich begeistert von dieser Begegnung, da ich es beeindruckend fand, dass wir gerade noch an Aufgeben dachten und just in diesem Moment uns zwei Wanderinnen entgegen kamen, welche uns mitteilten, dass es nicht mehr weit sei. Nennt es Zufall, nennt es Zeichen, nennt es was ihr wollt, aber es war genau das was wir zu diesem Zeitpunkt der totalen Erschöpfung brauchten. Mit neuem Mut wanderten wir also weiter den Berg hinauf und dann sahen wir es. Um die Ecke herum sahen wir ein kleines Stückchen der Lagune. Nach einigen weiteren Schritten lag sie vor uns, die Lagune 69. Es ist nicht übertrieben, wenn ich euch sage, dass ich selten so etwas Schönes gesehen habe. Die Lagune liegt eingekesselt von Felsen auf einer Anhöhe in den Anden und leuchtet in einem türkisblau, was mit keiner anderen Farbe die ich kenne zu vergleichen ist. Ein Gletscher speist die Lagune mit Wasser und über allem thront eine mit Schneebedeckte Bergspitze der Andenkette. Die Lage der Lagune wirkt im Nachhinein wie ein Test, dem man sich unterziehen muss, um sich des Anblickes als würdig zu erweisen. Nur wer die strapaziöse Wanderung auf sich nimmt wird mit diesem Anblick belohnt. Wir verbrachten eine halbe Stunde damit uns das türkisblaue Wasser anzusehen und genossen diesen Augenblick der vollkommenen Freude. Jede Person mit der wir sprachen, welche die Lagune gesehen hatte, empfand exakt das Gleiche wie wir. Selbstverständlich hänge ich ein paar Bilder von der Lagune an, sodass ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt. Lasst euch jedoch gesagt sein, dass die Schönheit der Lagune nicht mal ansatzweise  auf den Bildern herauskommt. Die Zeit des Abschieds war jedoch gekommen, und so machten wir uns auf den Rückweg, welcher sich glücklicherweise als nicht ganz so anstrengend herausstellte, da wir alles was wir erklommen hatten, nur wieder hinabsteigen mussten. So ging es wieder vorbei an Wasserfällen, plätschernden Bächen und dumm-guckenden Kühen in Richtung Taxi. Dort angekommen sahen wir zu unserer Erleichterung, dass wir genau in der Zeit waren und so regten wir uns auch nicht zu sehr (ein wenig schon, okay vielleicht ein bisschen mehr als wenig) darüber auf, dass der Taxifahrer so vor sich hin schlich. Im Hotel angekommen sprangen wir unter die Dusche, verabschiedeten uns voneinander und jeder machte sich auf den Weg zu seinem Bus. Pünktlich zur Abfahrt stand ich nun also am Busterminal, blickte zufrieden zurück auf 3 schöne Tage in den Anden und kaufte mir einen Snack für die lange Busfahrt.
Wie ihr jedoch bereits wisst, sollte alles anders kommen….

Zu Beginn der Wanderung....

kleine Huettchen auf dem Weg durch das Tal

ein Wasserfall (da mussten wir hoch-.-)

das Wandern ist des Lucas Lust...

kurze Momentaufnahme der Aussicht :)

noch ein Wasserfall...wunderschoene Lage!

Idylle

in ihrer strahlenden Pracht...Lagune 69!!!

ist die Farbe nicht einzigartig?

auf dem Rueckweg wurden wir von herrlichem Wetter begleitet :)

Huaraz Tag Numero 2

Tag Numero Dos! Gut ausgeruht und frisch wie aus dem Ei gepellt standen saßen wir am Frühtückstisch und waren nach unserer gestrigen Glanzleistung bereit zu neuen Taten. Nach kurzer Beratung kamen wir zu dem Entschluss, dass wir die Lagune 69, einen für seine Schönheit berühmten Bergsee, besichtigen wollten. Jedoch musste man dazu erst 2 Stunden aus Huaraz hinausfahren, bevor man sich auf die Wanderung machen konnte. Also überlegten wir, wie wir möglichst preiswert dorthin kommen könnten. Wer eignete sich dazu besser, als der „Schlepper“, den wir schon für unser Hotel ausgenutzt hatten und der uns auch die witzige Tour am vorherigen Tage organisiert hatte? Nach dem Frühstück machten wir uns also auf den Weg zu ihm und fragten nach einem preiswerten Taxi, welches uns dorthin bringen würde. Wir erklärten, dass wir keine geführte Tour wollten, sondern einfach nur ein Taxi dorthin. Selbstverständlich hatte er einen „Amigo“, welcher uns dorthin bringen würde und bat uns jediglich ein paar Minuten zu warten. Auf einmal öffnete sich die Tür und wer schritt hinein? Der Tourguide des vorherigen Tages! Uns kam die Sache schon ein wenig suspekt vor aber wir bezahlten beide unsere 20 Soles und folgten ihm. Als er uns zu einem Bus führte kam uns die Sache noch suspekter vor und wir erkundigten uns, wohin dieser Bus denn eigentlich gehen würde. Geschockt stellten wir fest, dass dieser Bus selbstverständlich ganz andere Pläne hatte als wir! Entzürnt stiegen wir also aus und marschierten zurück zu dem „Reisebüro“ um uns unser Geld zurück zu holen. Empfangen wurden wir von zugezogenen Gittern und einer verschlossenen Tür…Konstantin und ich sahen uns beide rätselnd an und versuchten uns einen Reim aus der Sache zu machen. Vor gerade einmal 10min saßen wir noch in diesem Büro, und jetzt war es verschlossen? Das stinkt geradezu nach Betrug! Wir warteten 15min doch niemand kam. Ich wollte nicht den ganzen Tag wartend dort verstreichen lassen und so überredete ich Konstantin, dass wir uns eine andere Beschäftigung für den Tag suchen würden, und wir unseren verletzten Stolz am nächsten Tag bzw. am späten Nachmittag heilen würden, indem wir zurückkehren und unser Geld zurückholen würden. Nach anfänglichem Wiederspruch ließ er sich dann dazu überreden…
Recht schnell einigten wir uns auch auf einen Ersatzplan: MOUNTAIN-BIKING! Dies hatte unserer Meinung nach einen äußerst coolen Klang bei sich und schrie geradezu nach Abenteuer. So suchten wir uns also einen Anbieter und einigten uns mit ihm auf 2 jeweils 1 ½ stündige Touren. Wir würden mit dem Auto einmal auf die Kordilliera Blanca (schneebedeckte Seite der Anden) hinauf fahren und einmal auf die Kordilliera Negra (schneefreie Seite der Anden) und jeweils von beiden Seiten hinab in die Stadt sausen. Was als kleines Ausweichabenteuer begann, sollte zu einem der schönsten und beeindruckensten Erlebnisse unseres Lebens werden. Nicht zuletzt lag dies auch an unserem großartigen Guide, welcher uns durch vergessene Andendörfer und über nahezu unmögliche Steinpassagen führte. So ging es also über Stock und Stein, über lange saftig grüne Weiden, hinüber zu steinerden Treppen, welche höchstes Maß an Konzentration erforderten, da ein Sturz mehr als schmerzhaft wäre. Meine persönliche Erfahrung mit Mountainbiking war gleich null und so hatte ich einen langsamen Anfang, während die anderen beiden den Hang hinab flitzten. Nachdem ich mir jedoch ein paar nützliche Tricks erklären ließ und auf der ersten Strecke ein wenig üben konnte, war ich auf der zweiten Strecke voll dabei und konnte mit den anderen beiden fahren. Ich weiß nicht, ob ihr euch ein genaueres Bild davon machen könnt, aber ihr dürft euch das nicht als gemütliches Fahren über eine Wiese vorstellen. Es ging wirklich querfeldein den Berg hinunter ohne einen erkennbaren Weg. Was diese Fahrt jedoch so unvergesslich machte, war die stetige Aussicht auf die Anden, welche uns majestätisch umringten  und uns mehr als einmal dazu verleiteten, Fotopausen einzulegen. Selbstverständlich wäre das Ganze ohne einen Sturz auch zu perfekt gewesen und so sorgte ich für den Sturz des Tages. Auf einer der Steintreppen übte ich zu viel Druck auf die Vorderbremse aus und ich blieb auf dem Vorderrad stehen. Das Hinterrad hieb vom Boden ab und mein ganzes Gewicht verlagerte sich nach vorne. So sah ich also in Zeitlupe zu, wie ich einen Vorwärtssalto die Treppen hinunter machte und zu allem Überfluss schlug mir das Fahrrad auch noch von hinten entgegen. Es wäre eine legendäre Videoaufnahme gewesen. Nach kurzem Check, ob auch noch alles dran war ging es jedoch weiter. Außerdem erwähnenswert ist die Tatsache, dass wir auf unseren Fahrten durch Andendörfer fast von Hunden zerfleischt wurden, die von unserer Anwesenheit gar nicht begeistert waren. Doch auch das überlebten wir und so ging es gemütlich weiter in Richtung Huaraz.
Am Ende des Tages konnten wir nun also auf eine unvergessliche Mountainbike-Tour zurückblicken und waren uns einig, dass doch immer alles so kommt wie es kommen soll. Wären wir zu dem See gefahren, hätten wir nie diese Tour gemacht und so einigten wir uns jedoch darauf, die Wanderung morgen zu machen.
Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir nochmal bei unserem Freund im Reisebüro nach aber fanden immer noch verschlossene Türen vor…doch so schnell gaben wir nicht auf!
fertig zur Abfahrt!
ueber Stock und Stein...
wundervolle Aussicht welche wir waehrend der Abfahrt geniessen durften :)
die Treppen des Todes...dort stuerzte ich...doch ich bezwang den Schmerz!
in der Gasse eines kleinen Andendoerfchens
schoen idyllisch...